20.09.1914
Liebes Tagebuch:
Es ist offiziell, Deutschland ist im Krieg. Während der Nacht kann ich Bomben hören. Heute Morgen hat Clara schwarzes Gewebe an den Fenstern aufgehängt. Sie hat auch das buntes Kirchenfensterglas abgemacht. Das Kirchenfernsterglas war meine Lieblingsteil des Geschäftes. Es war hell blau mit einer grünen Kletterpflanze und den Wörter “Ritter Schokolade” in gelber Schrift. Aber jetzt ist es gefahrlos im Boden.
Jetzt mit dem Krieg haben meine Geschwister noch Schule aber nur zwei Tage pro Woche. Die anderen Tage gebe ich ihnen Arbeitsblätter zu Hause. Beide sind so klug und haben so viel Möglichkeit für das Futur Ich hoffe, dass sie genug für Gymnasium lernen können.
Viele Menschen haben davor Angst, dass die Männer für Deutschland kämpfen müssen. Ich bin glücklich, dass mein Vater zu alt ist und mein Bruder zu jung für das Militar. Meine Nachbarin Liesl hat einen Bruder, der achtzehn Jahre alt ist. Gestern hat er einen Brief bekommen, dass er für Deutschland kämpfen müsse. Er beginnt Training in drei Tagen. Wirklich eine traurige Situation.
Ich habe Angst für meine Familie, mein Leben und Deutschland. Aber ich muss an die gute Zeit denken. Ich weiss alles wird ok sein.
Johanna